Woodys Flixtrain-Neurotiker

 

Ich sitze im Flixtrain nach Berlin. Ich mochte den Flixtrain immer. Denn er ist billig. So billig, dass ihn vorzugsweise junge Menschen und Leute ohne Geld nehmen. Das macht ihn zur U-Bahn unter den Fernzügen, falls ihr versteht, was ich meine. Man trifft hier allerlei an. Das finde ich besser als die Geschäftsleute und Bahncard-Träger im ICE, die ihr Spießbürgertum mit sich führen.

Natürlich hat der Flixtrain auch viele Nachteile, die der günstige Preis so mit sich bringt. Er fällt gelegentlich aus oder kommt zu spät, wobei letzteres nicht häufiger vorkommt als bei der Bahn (hab ich mir sagen lassen). Der Flixtrain hat definitiv weniger Platz—das Gepäck stapelt sich am Wagenende, die Handgepäckfächer platzen aus allen Nähten. Vier von fünf Toiletten sind defekt. Aber das Schlimmste ist die Luft. Die Fenster bleiben meistens zu und der Duft ist ein Potpourri aus Curry, Furz, Schweiß und Axe. Auch damit kann man lernen zu leben, wenn da nicht die Viren und Bakterien wären. Heute saßen unzählige Bazillenschleudern um mich herum, die sich ständig schnäuzten, husteten, die Nase hochzogen oder räusperten.

Und ich stehe Todesängste aus, während ich dies poste. Was ich früher als Hypochonderängste abtat, ist heute meine bittere Realität. Solch eine Zugfahrt kann meinen Tod bedeuten. FML!

Todesgrüße aus dem Flixtrain

Sheldon Mancini

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